Geschichte der Ballonfahrt

Die Geschichte der Ballonfahrt

 

Gebrüder Montgolfier Erfinder des Heissluftballons

Gebrüder Montgolfier

Die Geschicht der Ballonfahrt beginnt im Jahre 1783. Seit undenklichen Zeiten beschäftigen sich Mythos, Legenden und die Phantasie – aber auch ernsthafter Forscherdrang mit dem Wunsch des Menschen, sich in die Lüfte erheben zu können. Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Daidalos und Ikarus (16.Jahrhundert), als sie versuchten mit Flügeln – aus mit Fäden und Wachs verbundenen Vogelfedern – aus der Gefangenschaft auf Kreta zu entfliehen.

Wirklichkeit wurde dieser Traum erst viel später. Die wissenschaftlichen Grundlagen der Ballonfahrt – das Gesetz des Auftriebs – lieferten die Forschungen von Archimedes (285-212 v.Ch.).

Der Beginn in den Jahren 1782-1783

Doch eigentlich begann alles erst so richtig im Jahre 1782/83 mit den Gebrüdern Michel- Joseph und Étienne-Jaques Montgolfièr, Papierfabrikanten aus Annonay im Süden Frankreichs. Die beiden Brüder waren schon lange, angeregt durch im Kamin aufsteigende Seiden- und Papierreste, von dem Gedanken besessen, der Erde zu entschweben und zu fliegen.

Aber es ist eher einem Zufall zu verdanken, dass das Heißluftprinzip entdeckt worden ist. Denn im Jahre 1782, Michel-Joseph Montgolfièr weilte gerade in der Gaststube einer Herberge, beobachtete dieser wie sich der Taftrock der Wirtin gewaltig aufbauschte, als diese dem Kochfeuer zu nahe trat. Er glaubt, nun endlich die Lösung des Problems gefunden zu haben.

Nach mehreren Experimenten (man nahm damals noch an, der Rauch sei für die Entwicklung

Start des ersten Heissluftballons im Jahre 1783

Der erste Ballonstart 1783

der Tragkraft verantwortlich) bauten die Gebrüder Montgolfièr am 05.Juni 1783 auf dem Marktplatz Ihrer Heimatstadt Annonay vor vielen Schaulustigen Ihren aus papierumhüllten Leinensegmenten gefertigten Ballon (die „Aerostatische Maschine“ hatte ein Hüllenvolumen von 500 Kubikmetern und einen Durchmesser von 30 Metern) zwischen zwei hohen Holzmasten auf.

Die anwesende Menschenmenge erlebte an diesem Tag gegen 12.00 Uhr mittags die erste Ballonfahrt (ohne Menschen an Bord). Der Ballon stieg auf 1800m hoch in die Lüfte. Dieses geglückte Experiment sprach sich schnell herum und so wurden die Brüder Montgolfièr an die Königliche Akademie der Wissenschaften in Paris gerufen. Hier wurde eine Kommission gebildet, welche die Experimente fortführen und weiterentwickeln sollte.

Die Entdeckung des Volimen-Temperatur-Gesetzes

Unabhängig von dieser Kommission erhielt der Physikprofessor Jacques Alexandre César Charles ebenfalls den Auftrag, die neue Erfindung zu prüfen und einen eigenen Ballon zu konstruieren. Professor Charles entdeckte dabei das Volumen-Temperatur-Gesetz der Gase. Und am 27.August 1783 gelang es Ihm und seinen Mitarbeitern, den Gebrüdern Robert, die mit Wasserstoff gefüllte Kugel „Globe“ auf eine beachtliche Höhe von über 1000 Metern steigen zu lassen.

Die Phantasie der Menschen eilte dem Streben nach Fortschritt weit voraus und man sah sich bereits im Ballon weite Reiseziele erreichen, die Ferne schien jetzt nah. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das nächste Ziel eine „bemannte Ballonfahrt“ sein musste. Da man zunächst jedoch noch große Angst vor der Höhe hatte, sich nicht sicher war, ob eine Mensch „da oben“ überhaupt atmen konnte oder den atmosphärischen Druck aushielt, beschloss man einen Versuch mit Tieren zu wagen.

Und damit bildeten ein Hahn, eine Ente und ein Hammel das erste Ballonteam auf der Welt. Am 19.September 1783 starteten unter stürmischen Beifall und Jubelrufen Tausender im Schlossgarten von Versailles als besondere Attraktion zu Ehren des Königs, die erste „bemannte / tierische Ballonfahrt“. Die Fahrt ging über 8 Minuten und 2 km.

Die ersten Ballonfahrer

Nun beschloss man, Strafgefangene die zum Tode verurteilt waren, in die Luft zu schicken. Doch soweit kam es nicht, denn der Physiker Pilâtre de Rozier legte dem König nahe, dass sich keine normalen Menschen über die Adligkeit erheben dürfen. Somit kam es, dass dieser schlaue Mann, Pilâtre de Rozier, am 15.Oktober 1783 als der erste luftfahrende Mensch in einem „Montgolfière“ (die Bezeichnung Ballon kam erst später) in die Geschichte einging.

Der erste Heissluftballon

Montgolfiere

Seitdem war es auch nur dem Adel vorbehalten, Ballon zu fahren. Heute werden daher alle Erstgefahrenen in den Stand des Adels erhoben („Ballonfahrertaufe“). Aus dieser Zeit stammen auch noch die Begriffe der Luftfahrt. So erklärt sich auch das „Fahren“ der Ballone ganz einfach. Die Gebrüder Montgolfièr reisten ebenso wie die Segelschiffe mit dem Wind. Die Heißluftballone „befuhren“ das Luftmeer.

Auch die der Seefahrt abgeleiteten Begriffe wie Luftfahrt, Flughafen, Steward, Flugkapitän und einige mehr stammen aus dieser Zeit.

Der französische Physiker Jean-François Pilâtre de Rozier, zusammen mit dem Gardeoffizier Marquis François D’Arlandes, bestiegen dann am 21.November 1783 nochmals den Ballon und fuhren durch die heiße Luft, die Sie durch die Verbrennung von Stroh und Schafwolle erzeugten, in 25 Minuten in über 1000 Meter Höhe 12 Kilometer von Paris bis Butte-aux-Cailles.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *