Ballonfahren ohne Höhenangst

Schwindelfrei und ohne Höhenangst Ballonfahren

Viele Interessierte, die selbst Ballon fahren oder eine Fahrt verschenken wollen, fragen immer wieder nach, ob man schwindelfrei sein muss.
Häufig die Aussage: “Mich kriegt da keiner rein! Ich habe Höhenangst, mit wird schwindlig.”
Um diese Frage zu beantworten, werde ich versuchen die Einflüsse analysieren, die zu diesem Schwindelgefühl führen.
Ganz normale Sterbliche kennen dieses unangenehme Gefühl, wenn sie aus großer Höhe herabblicken. Wenn sie zum Beispiel auf das Dach eines Hochhauses steigen und nach unten schauen und die steil nach unten ragende Fassade sehen.
Das Gehirn kann Höhen schlecht abschätzen. Es bezieht sich daher auf die sichtbaren Verbindungen mit der Erde. Und genau das erzeugt das ängstliche Gefühl.
Bei manchen Menschen ist das so schlimm, dass sie nicht einmal von einer Leiter herunterschauen können.
Eine richtige Höhenangst entwickelt sich oft in Momenten, in denen der Betroffene insgesamt instabil ist. Beispielsweise angespannt, müde und nervös.
Befindet er sich zu solch einem Zeitpunkt auf einem hoch gelegenen Ort, können alle die genannten Umstände zusammen eine Panikattacke auslösen.
Im Nachhinein entsteht durch das Erlebte die Furcht vor der Höhe und man wird solche Situationen von nun an meiden.
Wir Landtiere sind nicht gewohnt zu fliegen. Darum haben wir kein Warnsystem beim Fliegen. Aber den Abgrund, den fürchten wir, gerade weil wir nicht fliegen können.
Höhenangst ist eine Fehlentwicklung eines angeborenen Schreckreflexes, der uns vor Abgründen warnen soll.
Der Mensch entwickelt diesen Schreckreflex schon im Krabbel-Alter. Er entsteht immer dann, wenn wir an einen Rand gelangen. Das ist eine ganz normale Reaktion.
Aber wenn dieser Reflex aus irgendeinem Grund zu stark wird, oder sich fehlentwickelt, dann entsteht aus dem Erschrecken Angst: Höhenangst! Manche Menschen ergreift dann eine regelrechte Panik. Sie fühlen sich magisch in die Tiefe gezogen und müssen sich festhalten.
Höhenangst gehört zu den Angstneurosen, zu den Phobien und sie ist oft begleitet von Schweißausbrüchen, Herzrasen und Zittern.
Bleiben wir gleich bei Gebäuden, um das Phänomen “Schwindel” zu ergründen.

Höhenangst Viele von Ihnen haben schon einmal Fotos von Hochhäusern gesehen.
Die Häuser sind so hoch, dass man mit einem Normalobjektiv nur einen Teil des Gebäudes aufnehmen kann
Genauer betrachtet erkennt man dann auf einem Foto, dass die Perspektive des Gebäudes so dargestellt wird, dass der untere Bereich des Gebäudes breiter dargestellt wird als der obere Teil.
Jedoch wissen wir alle, dass dieses Gebäude in der Wirklichkeit oben und unten die gleichen Dimensionen hat. Für den Betrachter der Bilder sieht es so aus, als wenn das Gebäude nach hinten wegkippt.

Ohne Höhenangst BallonfahrenStellt man sich und eine Kamera jetzt oben auf das Gebäude, entsteht ein umgekehrter Effekt.
Das Gebäude wirkt von oben nach unten hin gesehen schmaler und kippt nach innen weg.
Eine Kamera würde diesen Effekt genauso ablichten, denn auch hier besteht das Problem der stürzenden, verschobenen Linien.
Das menschliche Auge sieht in diesem Moment genau so wie ein Kameraobjektiv. Also empfindet ein Mensch diese Verzerrungen ebenso.
Im Gegensatz zur Kamera, die einfach dieses Bild erkennt und ablichtet, ohne sich von den Verzerrungen irritieren zu lassen oder gar versucht, diese Fehldarstellung zu korrigieren, reagiert beim Menschen nun das Auge in Zusammenarbeit mit dem Gehirn.
Stellen wir uns folgende Vorgänge und die daraus resultierende Zwiesprache vor die jetzt in Sekundenbruchteilen ablaufen:
Das Auge zeigt im ersten Moment die oben beschriebenen Verzerrungen auf und erinnert sich dann, dass das Haus in Wirklichkeit nicht verzerrt sondern exakt senkrecht/gerade ist.
Das Auge versucht daher durch Veränderung seiner Brennweite den Originalzustand darzustellen.
Durch die Verschiebung der Brennweite verursacht das Auge eine Verschiebung der Lageposition der Person, die auf diesem Gebäude steht.
Die Perspektive des Gebäudes steht jetzt wieder senkrecht, aber die Person kippt immer mehr nach hinten.
Das Gleichgewichtssystem des Menschen schaltet sich jetzt ein und warnt davor, dass die Person jetzt nach hinten wegkippt, wenn die Optik nicht wieder zurückschaltet. Zumindest soweit, dass keine weitere Irritation durch Schräglage entsteht.
Daraufhin schaltet das Auge in kleineren Schritten fokussierend vor und zurück, um die bestmögliche realistische Darstellung und den geringsten Störeffekt durch Kippen der Person zu erreichen. Die Person empfindet dies so, als wenn sie nach vorn und zurück schwankt.
Weil dieser Vorgang nur Sekundenbruchteile dauert, ist dies umso unangenehmer. Setzt man sich hin oder hält sich fest, wird dieser Vorgang sofort unterbrochen.
Kommen wir zum Ballonfahren.
Die Brüstungshöhe des Ballonkorbs, in dem der Passagier während der Fahrt steht, liegt im Durchschnitt bei ca. 1.20m.

Ballonfahrt ohne HöhenangstSchaut man an dieser Kante entlang nach unten, merkt man, dass keine verbundene Linie zum Boden weiter läuft. Die geringe Korbhöhe ist im Vergleich zu einem Haus, niemals so lang, dass sie als kippend empfunden werden kann.
Der vorher beschriebene Effekt, der auf einem Hochhaus, einem Turm oder einer hohen Leiter entsteht, hat im Ballonkorb keine Chance auf Entwicklung. Somit besteht kein Grund, eine Ballonfahrt auszulassen.
Sie können also beruhigend in einen Ballonkorb einsteigen und es wird keine Höhenangst oder Schwindelgefühl entstehen. Die Bestätigung erhalte ich regelmäßig nach jeder Ballonfahrt von Personen die das erste Mal mitgefahren sind.

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